Visual Universitätsmedizin Mainz

26. Januar 2017

2. Rheinland-Pfälzischer Tag der Schulgesundheit - Umgang mit Traumata

Wie gehen Lehrerinnen und Lehrer mit Traumata in der Schule um?

Das war am Dienstag Thema des 2. Rheinland-pfälzischen Tags der Schulgesundheit in Schloss Waldthausen in Budenheim. Der Umgang mit Traumata stellt für Lehrkräfte in ihrer schulischen Arbeit ein höchst relevantes und komplexes Thema dar. Es gilt, Kinder und Jugendliche in den Unterricht zu integrieren, die Furchtbares erlebt haben und dadurch traumatisiert sind. Bildungsministerin Dr. Stefanie Hubig eröffnete die Veranstaltung, die gemeinsam vom rheinland-pfälzischen Bildungsministerium, dem Pädagogischen Landesinstitut sowie dem Institut für Lehrergesundheit an der Universitätsmedizin Mainz organisiert wurde.
„Traumata bei Kindern und Jugendlichen können viele Gründe haben: Der Verlust einer nahestehenden Person, die Erfahrung von Gewalt oder Vernachlässigung. Die Schule kann zwar keine therapeutische Behandlung ersetzen, aber sie kann traumatisierten Schülerinnen und Schülern vor allem im pädagogischen Alltag helfen und die Aufarbeitung traumatischer Erlebnisse begünstigen“, betonte die Bildungsministerin.
Im ersten Teil der Veranstaltung referierten Expertinnen und Experten aus Forschung und Praxis zu inner- und außerschulischen Unterstützungsangeboten für traumatisierte Schülerinnen und Schüler. Zentrale Fragen: Was sind Erkennungsmerkmale von traumatisierten Kindern und Erwachsenen? Welche Besonderheiten gibt es hierauf bezogen im Kontext Schule? Welche Handlungsmöglichkeiten gibt es für Lehrkräfte? Welche Aspekte sollten aus Sicht der Jugendhilfe berücksichtigt werden?
Im Anschluss wurde ein Netzwerkcafé angeboten, das den Lehrkräften die Gelegenheit bot, mit den Expertinnen und Experten vor Ort ins Gespräch zu kommen.
„Es ist wichtig, für Traumata im Schulkontext zu sensibilisieren und für die Betroffenen bei Bedarf eine geeignete Unterstützung anzubieten. Das Institut für Lehrergesundheit (IfL) kann hierbei für staatliche Lehrkräfte und pädagogische Fachkräfte in Rheinland-Pfalz eine erste Anlaufstelle sein“, sagte Univ.-Prof. Dr. Stephan Letzel, Direktor des Instituts für Lehrergesundheit am Institut für Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin.
Bildungsministerin Dr. Stefanie Hubig dankte Professor Dr. Letzel und seinem gesamten Team: „2010 hat sich die Landesregierung dazu entschlossen, das Institut für Lehrergesundheit ins Leben zu rufen. Das Institut übernimmt eine äußerst wichtige Aufgabe: Es unterstützt Lehrerinnen und Lehrer sowie pädagogische Fachkräfte dabei, gesund zu bleiben oder es zu werden. Die universitäre Anbindung des Instituts bietet dabei viele Vorteile, denn so sind Wissenschaft und Praxis eng verknüpft.“
Das Institut für Lehrergesundheit ist bundesweit einmalig. Es wurde im Januar 2011 gegründet und stellt die arbeitsmedizinische und sicherheitstechnische Betreuung der Bediensteten an rheinland-pfälzischen Schulen sicher. Neben arbeitsmedizinischen
Vorsorgeuntersuchungen und Schulbegehungen gehören die individuelle Beratung von Lehrkräften und Schulleitungen sowie Maßnahmen der Gesundheitsförderung zu den Aufgaben des Instituts. Die Ansiedlung des IfL an der Universitätsmedizin Mainz ermöglicht zudem eine enge Verknüpfung von arbeitsmedizinischer Betreuung und der Forschung im Bereich des präventiven Gesundheitsschutzes.
Das IfL wird vom Land Rheinland-Pfalz finanziert – im Jahr 2016 mit 1,8 Millionen Euro. Mehr als 20 Personen sind am IfL tätig. Neben dem Institutssitz in Mainz verfügt das IfL über drei „mobile Einheiten“, die es den Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ermöglichen, vor Ort in den Schulen beziehungsweise in regionalen Sprechstunden präsent zu sein. Das Institut ist in seiner fachlichen Arbeit weisungsfrei und unabhängig; es unterliegt den Vorgaben der ärztlichen Schweigepflicht und des Datenschutzes.
Weitere Informationen erhalten Sie unter www.unimedizin-mainz.de/ifl

Kontakt
Univ.-Prof. Dr. Stephan Letzel
Direktor des Instituts für Lehrergesundheit
Universitätsmedizin Mainz
Telefon 06131 17-9213
E-Mail:  letzel@uni-mainz.de

Pressemitteilung (Pdf , 53,4 KB)