Angsterkrankungen: Forschung an der Universitätsmedizin Mainz eröffnet neue Behandlungswege
Weltweit leben aktuell so viele Menschen wie noch nie mit einer psychischen Erkrankung. Das Team der Medizinischen Psychologie und Medizinischen Soziologie an der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie der UM unter der Leitung von Univ.-Prof. Dr. Dipl.-Psych. Katja Petrowski forscht unter anderem an sozialen Phobien sowie Panik und Ängsten. Betroffene können im Rahmen einer Studienteilnahme von kostenfreien Therapieplätzen und innovativen Behandlungen profitieren.
„Mich fasziniert es, dass die Psyche plötzlich körperliche Symptome auslösen kann – wie zum Beispiel bei einer Panikattacke“, erzählt Professorin Katja Petrowski. Ihre Leidenschaft ist die Stress- und Angstforschung – Katja Petrowski ist eine führende Expertin in auf diesem Gebiet. „Es hat mich nach Mainz gezogen, weil die Mainzer Angststudie damals schon sehr bekannt war. Und das hat mich einfach sehr interessiert!“ Was viele nicht wissen: „Menschen, die unter solchen Problemen wie Panikattacken leiden, haben später ein erhöhtes Risiko, kardiovaskulär zu erkranken.“
An der UM forscht Katja Petrowski nicht nur. Sie hat in Psychologie und Soziologie habilitiert und lehrt die Mainzer Medizinstudierenden in diesen beiden Fächern: „Ich unterrichte sehr gerne. Ich möchte die Studierenden für mein Fach begeistern und ihnen zeigen, wie wichtig es für ihre spätere Tätigkeit ist!“ Die Studierenden sind im ersten, zweiten und vierten Semester und lernen an Patientenbeispielen Themen wie sozialpsychologische Aspekte von Gesundheit und Krankheit, Arzt-Patient-Beziehung und -Kommunikation oder psychobiologische Zusammenhänge.
Doch auch Patient:innen sind in Katja Petrowskis Team willkommen: „Wir sind ein bunt gemischtes Team aus psychologischen Psychotherapeuten und Psychologen. Im Rahmen unserer Studien bieten wir in unserer Ambulanz kostenfreie Therapien für Menschen mit Angststörungen an – auch mit Virtual Reality“, erzählt sie. „Da kommen ganz junge Patienten, die auf einmal nicht mehr alleine sein können. Oder ältere Menschen, die plötzlich nicht mehr vor die Tür gehen können, ohne eine Panikattacke zu bekommen.“
Die Gründe für die Zunahme psychischer Erkrankungen sind vielfältig. „Wir haben heutzutage einen signifikanten Anstieg von Angst und Depressionen. Das liegt meiner Meinung nach an wirtschaftlicher Unsicherheit, steigenden Kosten, einer immer schneller werdenden Gesellschaft und Bedrohungen wie Krieg oder Krankheit. Außerdem ist natürlich auch das Bewusstsein für die Psyche viel größer!“ Ein großes Problem ist auch aus ihrer Sicht Cannabis: „Wir haben in unseren Forschungen den Zusammenhang zwischen Cannabis und der Psyche betrachtet und es zeigte sich, dass Cannabis Panikattacken bei spezifischen Personen auslösen und zu einer Entwicklung einer Panikstörung führen kann!“
Daher möchte sie Betroffene ermutigen: „Melden Sie sich bei uns, wenn Sie an Ängsten leiden. Im Rahmen unserer Studien können wir Sie unterstützen!“
Mehr Infos zu möglichen Studien-Teilnahmen:
https://www.unimedizin-mainz.de/medizinische-psychologie/studienteilnahme.html