Visual Universitätsmedizin Mainz

27. Oktober 2016

Was sagen Träume über uns aus?

Medizinische Gesellschaft Mainz startet am 02. November 2016 neue dreiteilige Vorlesungsreihe

Was sagen Träume über uns aus?“ – dieser Frage wird die Medizinische Gesellschaft Mainz ab dem 2. November an drei Abenden nachgehen. Die neue Vorlesungsreihe startet mit einem Vortrag über die „Traumdeutung bei Freud und heute“. Referent des Abends ist Univ.-Prof. Dr. Michael Ermann, ehemaliger Leiter der Psychosomatik und Psychotherapie an der LMU München. In seinem Vortrag stellt er die aktuellen Ergebnisse der Traumforschung und auch deren therapeutische Konsequenz dar. Der Direktor der Klinik für Psychosomatik und Psychotherapie der Universitätsmedizin Mainz, Univ.-Prof. Dr. Manfred Beutel, wird die Veranstaltung moderieren. Der Themenabend findet statt um 19.15 Uhr im Hörsaal Chirurgie (Gebäude 505H) der Universitätsmedizin Mainz (Langenbeckstraße 1, 55131 Mainz). Interessierte sind herzlich eingeladen. Der Eintritt ist frei.
Die moderne Traumdeutung wurde von Sigmund Freud (1856 – 1939) begründet. Ihm zufolge wohnt dem Traum keine prophetische Botschaft inne, sondern die Befriedigung eines verdrängten Triebwunsches. Dessen Offenlegung ist Aufgabe der Psychoanalyse und Grundlage für eine Therapie. Diese Theorie blieb nicht unwidersprochen. Nicht zuletzt haben die Neurowissenschaften sich der Träume angenommen und unser Wissen erweitert.
Freud konzipierte seine Traumdeutung nach dem Modell einer Neurose und sah in ihnen das Ergebnis einer Verdrängung infantiler Wünsche. Seine Traumdeutung macht die verschleiernde Traumarbeit rückgängig und deckt den verdrängten Wunsch auf. Auf diese Weise wird die Kindheitsamnesie durch Erinnerung ersetzt und das Unbewusste vertrauter gemacht.
Diese Art der Traumdeutung ist für "klassische" Neurosen noch immer gültig. Daneben hat sich in den letzten Jahrzehnten das Modell der Zustands- oder Zeichenträume Aufmerksamkeit verschaffen. Es findet bei den heute verbreiteten Persönlichkeitsstörungen Anwendung. Diese Art von Träumen unterscheidet sich grundsätzlich von den klassischen Träumen bei Neurosen. Sie stellen unverhüllt den Ichzustand des Träumers dar, und verweisen wie Zeichen auf den mentalen Zustand, in dem sie geträumt werden. Sie bedürfen keiner weiteren Interpretation.
In der Behandlung fördert die Übersetzung der Zeichen in Sprache die Symbolisierungsfähigkeit und hilft dem Träumer, sich zu begreifen und Begriffe für seine Zustände zu finden.

Als Vertreter der Presse sind Sie herzlich zu diesem Abend eingeladen!
Wir bitten um redaktionellen Terminhinweis und -ankündigung im Veranstaltungskalender!

Weitere Termine der dreiteiligen Reihe:
11. Januar 2017:  Traumdeutung in der Antike
01. Februar 2017:  Ursachen und Behandlung von Albträumen


Kontakt
Univ.-Prof. Dr. med. Theodor Junginger, Vorsitzender der Medizinischen Gesellschaft Mainz e.V.
Telefon: 06131 17-4168, Fax: 06131 17-5516, E-Mail:  junginger@uni-mainz.de

Pressemitteilung Vorlesungsreihe Medizinische Gesellschaft (Pdf , 32,6 KB)